Japan 日本
Lage
Ostasien.
Fläche
377.835 qkm.
Bevölkerungszahl
127.288.416 (Schätzung 2008).
Bevölkerungsdichte
337 pro qkm.
Hauptstadt
Tokio. Einwohner: 8.704.569 (Schätzung 2009).
Staatsform
Parlamentarische Monarchie seit 1947. Verfassung von 1947. Zweikammerparlament: Wahlen zum Unterhaus (Shugi-in; 480 Mitglieder) alle 4 Jahre, zum Oberhaus (Sangi-in; 242 Mitglieder) alle 6 Jahre. Kaiserreich seit mindestens 660 v. Chr.
Geographie
Japan liegt 160 km vom asiatischen Festland entfernt. Zu Japan gehört der größte Teil der Inselkette, die der asiatischen Ostküste vorgelagert ist. Die Hauptinseln (Nord nach Süd) sind Hokkaido, Honshu, Shikoku und Kyushu. Japan ist sehr gebirgig, etwa drei Viertel des Landes bestehen aus Hügel- und Bergland. Mehrere Bergketten verlaufen von Hokkaido im Norden nach Kyushu im Süden. Die Japanischen Alpen verlaufen in nord-südlicher Richtung durch die Mitte der Insel Honshu. Der höchste Berg ist mit 3776 m der Vulkan Fuji-san (Fudschijama). Er ist einer von über 200 Vulkanen, von denen 36 in den letzten hundert Jahren noch aktiv waren. Die Tiefebenen liegen hauptsächlich in Küstennähe. Sie sind zumeist nur klein; die größte ist die Kanto-Ebene in der Bucht von Tokio. Die Küste ist im Verhältnis zur Landmasse sehr lang und die Küstenlandschaft ausgesprochen vielfältig. An den Ausläufern der Bergketten liegen tiefe Buchten mit natürlichen Häfen.
Sprache
Japanisch. Englisch als Geschäfts- und Fremdsprache.
Religion
84% Shintoismus und Buddhismus (die meisten Japaner folgen beiden Religionen); christliche und andere Minderheiten.
Ortszeit
MEZ + 8. Keine Sommer-/Winterzeit-Umstellung in Japan.
Differenz zu Mitteleuropa beträgt im Winter +8 Std. und im Sommer +7 Std.
Netzspannung
100 V, 60 Hz im Westen (Osaka). 100 V, 50 Hz im Osten (Tokyo). Zweipolige Flachstecker. Adapter sind erforderlich.
Regierungschef
Yukio Hatoyama, seit September 2009.
Staatsoberhaupt
Kaiser Akihito, seit 1989.
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Hashima-Insel
Hashima (jap. 端 島, dt. „Grenzinsel“) ist eine südwestlich von Takashima liegende, japanische Insel, die zur Stadt Nagasaki gehört. Der weitaus gebräuchlichere Spitzname der Insel lautet Gunkanjima (軍艦島, dt. „Kriegsschiff-Insel“).
Geschichte
Die Insel diente von 1887 bis 1974 als unterseeisches Kohleabbau-Gebiet und ist seitdem unbewohnt.
Die Insel besaß ursprünglich eine Breite von 120 m und eine Länge von 320 m. Durch sechs verschiedene Aufschüttungen mit Abraum beginnend ab 1897 erreichte sie ihre heutigen Ausmaße einer Breite von 160 m, einer Länge von 480 m und einer Küstenlänge von 1,2 km. Die Fläche beträgt 6,3 ha.
Die Blütezeit des Bergbaus auf der Insel begann um 1916 unter der Leitung des Mitsubishi-Konzerns, damals eines der großen Zaibatsu (Wirtschaftskonglomerate). Zu dieser Zeit wurde hier auch Japans erstes mehrstöckiges Wohngebäude aus Stahlbeton errichtet. Zeitweise lebten bis zu 5259 Arbeiter und Familienangehörige auf Hashima.
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Belegschaft gegen chinesische und koreanische Zwangsarbeiter ausgetauscht. Die unmenschlichen Arbeits- und Lebensbedingungen forderten insgesamt 1.300 Tote. Die Leichen wurden entweder in aufgegebenen Stollen verscharrt oder ins Meer geworfen.
1959 wurde eine Bevölkerungsdichte von 83.476,2 Einwohnern pro Quadratkilometer festgestellt – eine der höchsten jemals aufgezeichneten Bevölkerungsdichten der Welt. Für jeden Arbeiter standen Wohnräume mit ca. 9,9 Quadratmetern, für verheiratete mit Familien doppelt so große Räume zur Verfügung. Toiletten, Bäder und Küchen wurden gemeinschaftlich genutzt. Die Infrastruktur wurde laufend ausgebaut, aufgrund der begrenzten Fläche auch vielfach unterirdisch. Neben den Wohn- und Verwaltungsgebäuden existierten auch Tempelanlagen und Schreine, eine Polizeistation, ein Postamt, Badeanstalten, eine Kläranlage, ein Kindergarten, Grund- und weiterführende Schulen, eine Turnhalle, ein Kino, Gaststätten, eine Kegelbahn, 25 Geschäfte, ein Hotel, ein Krankenhaus, ein Swimming-Pool und sogar ein Bordell; lediglich ein Bestattungswesen fehlte. Elektrizität und Wasser kam über unterseeische Leitungen von der Hauptinsel, Gemüse, Tee oder Kräuter wurden von den Bewohnern auf Dachgärten angebaut.
Im Laufe der Energiereformen wurde die Stilllegung der Werke am 15. Januar 1974 beschlossen. Bis auf ein Demontagekommando waren alle Bewohner auf der Stelle arbeitslos und hatten dementsprechend große Eile, die Insel zu verlassen; das letzte Boot verließ die Insel bereits am 20. April 1974. Nicht nur die Gebäude und Maschinen, sondern viele persönliche Gegenstände wie Möbel, Spielzeug oder Unterhaltungselektronik, deren Gegenwert den aufwändigen Abtransport nicht rechtfertigte, wurden an Ort und Stelle zurückgelassen.
Gegenwertige Situation
Heute sind die Wohn- und Werksgebäude der Verwitterung und dem Verfall preisgegeben. Sie hinterlassen beim Betrachter den Eindruck eines hektisch evakuierten Sperrgebietes wie um Tschernobyl, eines ehemaligen Kriegsschauplatzes oder sonstigen Horrorszenarios. Für viele Japaner gilt sie als Mahnmal der rücksichtslosen Industrialisierung und Ausbeutung von Mensch und Natur – auch im Hinblick auf die unrühmliche Funktion als zeitweiliges Arbeitslager.
Wegen der entsprechenden Gefahren war ein Betreten der Insel lange Zeit nicht erlaubt. Graffiti, Feuerstellen, Abfälle und weitere menschliche Hinterlassenschaften belegen allerdings, dass das im Volksmund der Umgebung auch als Geister-Insel bezeichnete Eiland vor allem Jugendliche in seinen Bann zog.
Die Stadt Nagasaki hat mittlerweile das touristische Potential der Insel entdeckt und bietet regelmäßig Umrundungen mit Booten an. Ein gesicherter Besichtigungspfad wurde installiert. Seit April 2009 ist Hashima erstmals nach 35 Jahren wieder für Besucher zugänglich.
2001 übergab Mitsubishi Material die Insel der Stadt Takashima (2003 nach Nagasaki eingemeindet), woraufhin der Bürgermeister eine Unterschriftensammlung für eine Anmeldung als UNESCO-Weltkulturerbe startete und ein Komitee gegründet wurde, das 2003 unter dem Namen Gunkan-jima o Sekai Isan ni suru (軍艦島を世界遺産にする) als NPO registriert wurde. Im November 2006 wurden die Kohleminen von Hashima auf die Welterbekandidatenliste Kyūshū/Yamaguchi no Kindaika Sangyō Isangun (九州・山口の近代化産業遺産群, dt. „Industrieerbe der Modernisierung in Kyūshū/Yamaguchi“), die auf einen Vorschlag der Gouverneure von Kyūshū zurückgeht, gesetzt. Im September 2008 wurden von der nationalen Behörde für kulturelle Angelegenheiten von dieser Liste fünf Stück inkl. Hashima als Vorschlag Japans bei der UNESCO eingebracht.
Namensherkunft
Hashima (Grenzinsel): Von der Hauptinsel aus gesehen ist es die letzte zu Japan gehörende sichtbare Insel in dieser Himmelsrichtung.
Gunkanjima (Kriegsschiff-Insel): Die Insel ist direkt an der Wasserlinie von einer massiven, 8-10 m hohen Schutzmauer gegen hohen Seegang vollkommen umgeben. Zusammen mit Ihren Aufbauten und Fördertürmen – die zwischenzeitlich größtenteils demontiert wurden bzw. eingestürzt sind – und nicht zuletzt wegen der vergleichbaren Größe erinnert ihre Silhouette in der Dämmerung an die eines Kriegsschiffes. Schon kurz nach der Fertigstellung der Schutzmauer (1921) benannte ein Reporter der Nagasaki Daily News die Insel so, weil sie nun an die Kriegsschiffe der Tosa-Klasse erinnerte, den damaligen Stolz der japanischen Marine.
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